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Schon in der Altsteinzeit wurden chirurgische Eingriffe erfolgreich vorgenommen, das heißt, die Patienten überlebten. Als ältester Beleg für eine erfolgreiche Amputation gilt die Entfernung des linken Fußes samt eines Teils des Unterschenkels mit Hilfe eines scharfen Gegenstands bei einem vermutlich männlichen Jugendlichen (genannt TB 1) auf der indonesischen Insel Borneo. Dieser war vor rund 31.000 Jahren im Alter von 19 oder 20 Jahren in der Höhle Liang Tebo beigesetzt worden und hatte zuvor vermutlich noch sechs bis neun Jahre nach dem Verlust des Fußes weitergelebt. Bis zu diesem 2022 publizierten Eingriff galt die Entfernung eines Unterarms vor rund 7.000 Jahren in Frankreich als älteste Amputation. Zeitweise war auch der fehlende rechte Unterarm eines Neandertalers aus der Shanidarhöhle im Irak, dessen Besitzer vor rund 45.000 Jahren starb, als Beleg für eine Amputation gedeutet worden; diese Interpretation gilt heute jedoch als überholt. Weitere Nachweise neolithischer Amputationen gibt es aus Deutschland und der Tschechischen Republik. Bereits vor 3000 Jahren wurden auch in Ägypten Amputationen vorgenommen. Forscher entdeckten jedoch auch schon auf Höhlenmalereien Darstellungen von Amputationen von Fingern. Diese Bilder stammen aus der Mittelsteinzeit (8000–6000 v. Chr.). Unbekannt ist, ob die Amputationen aus medizinischen oder rituellen Gründen stattfanden. Frühe schriftliche Beschreibungen von Amputationen der Antike liegen z. B. von Hippokrates von Kos, Aulus Cornelius Celsus, Archigenes von Apamei (48–117) und Galen vor.
Quellen: de.wikipedia.org
Der von Celsus beschriebene in einer Ebene durchgeführte einzeitige Zirkelschnitt war bis ins 18. Jahrhundert gebräuchlich, bevor er vom zweizeitigen (nach William Cheselden oder Jean-Louis Petit) und anderen Methoden abgelöst wurde. Auch Oreibasios, Aëtios von Amida und Paulos von Aigina erwähnten chirurgische Amputationen. Das Hoch- und Spätmittelalter kennt Amputationen durch die Werke von Roger von Parma, Hugo und Theoderich von Borgognoni, Wilhelm von Saliceto und Guy de Chauliac. Bekannt geworden ist die am 8. Juni 1493 in Linz erfolgte Beinamputation Kaisers Friedrich III., bei dem eine opilacio („Verstopfung“) des linken Beins mit Taubheitsgefühl und darauffolgender Schwarzfärbung der Haut zwischen Fuß und Wade diagnostiziert worden war. Die „kausale“ Ursache dafür sah der das kaiserliche Ärzteteam leitende Chirurg Hans Seyff der Zeit entsprechend humoralpathologisch in einer durch „Kälte“ verursachten Unterbrechung des Säfteflusses. Heute führt man die verminderte Durchblutung und das daraus resultierende Absterben von Gewebe am ehesten auf eine Arteriosklerose zurück. Amputiert wurde dem Kaiser der geschädigte Teil des Beines, worüber Seyff einen ausführlichen Bericht in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst hat. Der Wundarzt Hans von Gersdorff beschrieb in seinem 1517 erschienenen Feldbuch der Wundarzney erstmals das Tourniquet-Abbindesystem und die Kauterisation zur Blutungskontrolle, der französische Chirurg Ambroise Paré führte Mitte des 16.
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Jahrhunderts wieder Arterienligaturen in der Amputationschirurgie ein, wie sie vorher schon von Hippokrates von Kos beschrieben worden waren. Paré beschrieb auch als erster Phantomschmerzen. Der Chirurg Brossard hatte 1751 Eichenschwamm (Agaricus) als bestes Mittel zur Blutstillung bei Amputationen empfohlen. Viele Chirurgen bevorzugten daraufhin dessen Verwendung statt der Ligatur. Gelegentlich wurde zur schmerzarmen Amputation eine Kälteanästhesie durchgeführt. Mit seinen europaweit beachteten Vorschlägen, auch bei schwereren Extremitätenverletzungen ohne Amputation auszukommen, wurde im 18. Jahrhundert der Militärchirurg Johann Ulrich Bilger zu einem Vorreiter der konservativen Chirurgie. Der Kriegschirurg Dominique Jean Larrey hatte ab etwa 1792 großen Erfolg mit der Amputation bei auf dem Schlachtfeld Verwundeten. Zu verdanken war dies vor allem auch der von Larrey und auch Louis Stromeyer geforderten Frühamputation im Gesunden (oberhalb der Verletzungsstelle). Chirurgische Erfahrungen brachten die während der Napoleonischen Kriege vermehrt durchgeführten Extremitäten-Amputationen. Die erste erfolgreiche Mittelfuß-Amputation in Höhe der Tarsometatarsalgelenke erfolgte 1815 durch den französischen Chirurgen Jacques Lisfranc, nach dem diese Amputationshöhe und zugleich die Gelenklinie weiterhin bezeichnet wird.
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Die erste Exartikulation am oberen Sprunggelenk führte der schottische Chirurg James Syme 1842 durch, während der russische Chirurg Nikolai Iwanowitsch Pirogow bei der Pirogoff-Amputation das Fersenbein erhielt und mit dem Schienbein unter Resektion der Sprunggelenke fusionierte. Beide erhielten aber die endbelastungsfähige Fersenhaut. Auf den Versuch des italienischen Chirurgen Giuliano Vanghetti, Muskeln direkt an die Prothese anzuheften, geht die spätere Entwicklung besonders durch Ferdinand Sauerbruch zurück, der Muskelkanäle zur Steuerung kineplastischer Prothesen, wie bei dem nach ihm benannten Sauerbruch-Arm, gebildet hat. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Myoplastie durch R. Dederich eingeführt und durch E. Burgess populär. Dabei werden die Muskellappen über dem Knochenstumpf miteinander vernäht, um eine belastungsfähige Stumpfspitze zu bekommen. Später empfahl M. Weiss zusätzlich die Myodese, bei der die Muskeln auch direkt im Knochen verankert werden. Die transtibiale Amputation entwickelte sich in den 1960er Jahren dank Myoplastie und langem posterioren Muskellappen besonders in der Technik nach E. Burgess zu einem sicheren und erfolgreichen Verfahren, so dass sie die bis in die 1970er Jahre standardmäßige transfemorale Amputation bei Gefäßerkrankungen als neuen Standard ablöste, mit entsprechendem Gewinn für die Patienten durch Erhalt eines aktiven Kniegelenkes.
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